Körperwelten, überraschende Einblicke

Gunter von Hagens „Körperwelten“ hat uns schon immer interessiert, doch erst gestern fanden wir dann den Weg in die Ausstellung, die bis 31.1.2010 in Köln, gegenüber dem Polizeipräsidium in einem Zelt gastiert. Eine solche Zurschaustellung von Toten hat uns ungewöhnlich lange überlegen lassen. Befriedigt man mit einem solchen Besuch latenten Voyeurismus oder würde man das Zelt besser informiert über den menschlichen Körper verlassen? Vorab: Es war wirklich sehenswert. Eine Befriedigung billiger Sensationslust fand in keiner Weise statt, im Gegenteil: Schon die Plastinate wirken nicht wie tote Körper, sondern eher wie Kunstwerke (was sie in dieser Weise sicherlich auch sind). Schon nach weniger Minuten verliert man die Scheu, liest mit großer Aufmerksamkeit die Informationstafeln. Neben den Körpern finden sich in vielen Vitrinen Organe, Knochen, Gelenke, Muskeln, die einem erklärt und oft in Vergleich zu erkrankten Gegenstücken gestellt werden. So sieht man künstliche Gelenke, vergrößerte Leber, Milz und natürlich auch die furchtbar aussehende Raucherlunge mit den entsprechenden Appellen an die Betrachter. Beeindruckend fanden wir in dünne Scheiben geschnittene Körper, die mit einer hintergründigen Lichtquelle aussahen, wie Bilder aus einem Kernspintomographen. Der beeindruckendste Komplettkörper hing unter einer Decke, jedes noch so kleine Teil war mit einem eigenen Draht gesichert, so dass alle Körperteile wie in einer Explorationszeichnung vom Kern nach außen gedehnt waren. Wirklich faszinierende Einblicke, eben Körperwelten.

Fazit: 90 wirklich bemerkenswerte Minuten für 17,--€ Eintritt, aus unserer Sicht auch für Jugendliche (ab 14 Jahren) uneingeschränkt geeignet. Infos: http://www.koerperwelten.de  

20.11.09 11:17

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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Amanda (20.11.09 11:33)
Ich möchte mit meiner Klasse dorthin gehen. Wir sind Altenpflegeschüler im letzten Lehrjahr und diese Austellung wäre sicherlich gut für unsere Prüfung. Nun hat unsere Schuldirektorin, die selber schon 3(!) mal bei dieser Austellung war, uns gesagt, dass sie das nicht verantworten kann, die Schüler seien hinterher alle psychisch geschädigt. Nun, wir sind alle schon mit Leichen umgegangen, doch das versteht sie nicht.
Nun gehen wir vermutlich privat hin.
Aber mich ärgert heute noch die lächerliche Argumentation von der Direktorin.

LG