Irland (Kerry), grüne Hügel, raue See und Ruinen...

...bei überraschend gutem Wetter. Schuldig bin ich Euch allen noch das dritte Ziel von Limerick, den Rock of Cashel. Erneut eine Ruine von bedeutsamer Ausstrahlung, die über Tipperary erreicht wird. Ja wirklich der Namensgeber des Songs "It is a long way to Tipperary". Schon von weitem ist die auf einem 70 Meter hohen Hügel errichtete Kathedrale aus dem Jahre 1235 zu sehen. Vor über 250 Jahren wurde das Gebäude aufgegeben, es verfiel und erreichte hierdurch diesen ungemeinen Charme. Sonnenstrahlen eröffnen durch die noch vorhandenen Mauern und Fensterlöcher immer neue Perspektiven und Eindrücke.

 

Das Dach über dem Mittelschiff der alten Kathedrale besteht noch, was der Phantasie gute Dienste leistet, wie es hier früher wohl ausgesehen hat. Von draußen hat man einen herrlichen Blick über das für Irland so typische immer grüne und hügelige Land.

 Am Fuß des Hügels ein weiteres verfallenes Kloster, zu dem ein Fußweg in knapp 20 Minuten führt. Der total überwucherte alte Friedhof mit noch wenigen Grabsteinen machte Eindruck. Auf der Rückfahrt noch einen Abstecher zum Lough Derg. Hier fühlte man sich dann doch eher an Oberbayern oder Vermont (USA) erinnert. Und dies sollte nicht der einzige Moment bleiben, wo sich Irland von einer ganz anderen Seite zeigte. Das nächste Beispiel schon einen Tag später. Wir verlagerten von Limerick zu unserem zweiten Brückenkopf nach Killarney. Von hier aus wollten wir die Küste und den Nationalpark gleichen Namens erkunden. Und die Küste war schnell erreicht. Wir entschieden uns gegen den touristisch eher bekannten Ring of Kerry und besuchten stattdessen die Halbinsel Dingle. Zunächst fuhren wir bei leichtem Regen in die Hafenstadt Dingle. Hierzu mussten wir die hügelige Mitte der Halbinsel über eine Art Pass queren. Landschaft und Vegetation erinnerten uns an Madeira (wenngleich nicht mit den dortigen Dimensionen). Nach einem kurzen Rundgang in Dingle widmeten wir uns einer relativ kurzen Rundstrecke durch den westlichen Teil der Halbinsel.


Über enge und gewundene Straßen entdeckten wir herrliche Buchten (Ähnlichkeit mit solchen in Cornwall), Sandstrände und natürlich prähistorische Monumente. Insbesondere das so genannte Gallarus Oratorium, ein kleines 1200 Jahre altes Gebetshaus, hatte es uns angetan. Das steinerne Gebäude ähnelt einem umgekehrten Boot und hält noch immer wirksam Regen und Feuchtigkeit aus dem Innenraum. In seiner Schlichtheit eine geniale Konstruktion.


Danach fuhren wir weiter nach Inch, das nicht weiter auffallen würde, aber mit einem riesigen Sandstrand ausgestattet ist, eine Rarität in Irland. Dingle ist sehr abwechselungsreich und eine klare Alternative zu dem touristisch überladenen Ring of Kerry. Nach Rückkehr von Dingle wussten wir auch besser einzuschätzen, warum die Reiseführer ausnahmslos empfehlen, den Ring of Kerry in der klassischen Richtung, d.h. mit den Reisebussen abzufahren. Auch in Dingle hätten wir einem solchen Gefährt nicht ausweichen wollen. Ganz kurz waren wir noch in Adare. Mit seinen strohgedeckten Häusern gilt es als eines der schönsten Dörfer Irlands, aber die Iren sehen das wohl eher so, dass dies das schönste englische Dorf in Irland ist. Wie auch immer, einem Handwerker beim Eindecken bzw. Ausbessern eines solchen Strohdachs zuzusehen, hatte was.

 

Morgen werden wir uns zusammen mit Kristin, Andi & Sohn Julius, die sich zufälligerweise auch hier aufhalten und die wir in Dingle bereits zufällig trafen (unglaublich!) noch dem in der Nähe befindlichen Killarney Nationalpark widmen, am Donnerstag geht es dann wieder in die Heimat.  

28.9.10 22:07

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