Lissabon, entspannte und abwechselungsreiche Stadt am Tejo

Nach drei Stunden Flug Ankunft an einem recht citynahen Flughafen. Erste Handlung: Fahrkarten aller Art besorgt, zunächst die Tickets für den Aeroshuttle zwecks Transport in die Stadt, danach 3 Tagestickets für alle öffentlichen Verkehrsmittel (Busse, Straßenbahnen, U-Bahn) bei der Post besorgt und damit gleich das erste Problem für alle Tage beseitigt. 25,-- Euro kostete der Spaß, wohlgemerkt für 3 Tage und 2 Personen. Man vergleiche das mit entsprechenden Tickets in Köln oder anderen Großstädten um uns herum. Erstmal zum Hotel, dem Corinthia Lissabon. Ein Riesenhaus, 24 Stockwerke, 500 Zimmer, aber megagünstig über ebay gebucht. Erspranis durch die vorab bezahlten Gutscheine: etwa 50%. Das Hotel liegt etwas außerhalb der City, man benötigt mit der Metro 10 Minuten und die Station liegt nur 2 Minten vom Hotel entfernt, passt! Ein Zimmer in den oberen Stockwerken erbeten; gewährt: 16. Etage, schöner Blick, frisch renovierter Raum, guter Start. Da wir schon mittags einchecken konnten, stand der Nachmittag ganz im Zeichen erster Eindrücke.


Direkt vom Praca do Comercio, dem Hauptplatz der City direkt amTejo, zu Fuß und mit der berühmten Tram 28 durch die Ortsteile Alfama und Gracia. Was für enge Gassen, fantastische Plätze mit atemberaubenden Aussichten. Und diese wunderbar nostalgische Tram 28. Das Teil hat gerade mal Platz für knapp 50 Personen. Fast immer überfüllt quält sich die Bahn durch engste Gassen hoch in den Stadtteil Gracia. Selten hat uns Tramfahren so einen Spaß bereitet. Die Teile kommen fast nicht vorwärts, aber sie rocken, richtig gut.


Wir sind dann von oben heruntergelaufen (die Supersportler sollten es sicher andersherum machen) und haben immer wieder Station an den tollen Aussichtspunkten gemacht. Vor allem die Miradouro da Graca und de Nossa Senhora do Monte bieten grandiose Blicke vor allem auf das Mosteiro de Sao Vincente de Fora, das einstige Augustinerkloster.


Hierzu erzählt man sich hier eine schöne Legende: Die Bauten sind dem Schutzpatron von Lissabon, dem heiligen Vinzenz von Saragossa gewidmet. Vinzenz starb bereits 304 als Märtyrer in Spanien. Seine leiche warf man den Vögeln zum Fraß vor. Doch es kam anders, denn zwei Raben erschienen auf der Blidfläche und übernahmen den Schutz des Patrons. Sie wichen ihm auch nicht von der Seite, als man die leiche in einem Boot aussetzte. Dieses Boot wurde am südwestlichsten Punkt Portugals, dem Cabo Sao Vicente angespült, wo man zu seinen Ehren eine Kapelle errichtete. 1160 schließlich wurden die gebeine von Vinzenz nach Lissabon geholt und der "Heilige", Schiff und Raben wurden im Stadtwappen verewigt. Schön, oder? Der 2. Tag, der ab mittags regnerisch werden sollte, ließ uns aber vorher genug Zeit für eine Stadtführung zu Fuß. Nach unserer Auffassung gibt es einfach nichts besseres, um sich einen ersten kompetenten Überblick über Sehenswürdigkeiten und Aussichtspunkte zu verschaffen. Auch diesmal war es nicht anders. Die Führung begann wieder am Praca do Comercio und führte dann zunächst durch den Stadtteil Baixa. Nach dem verheerenden Erdbeben am 1. November 1755 war der ursprüngliche Ortsteil total zerstört. Er wurde dann nach einem schachbrettmusterartigen Plan wieder aufgebaut. So ähnelt der Bereich heute vor allem Wien. Der Elevator de Santa Justa, der sich im Norden der Baixa befindet, ist schon ein ungewöhnliches öffentliches Verkehrsmittel. Er verbindet Unter- mit Oberstadt und überwindet 30 Meter. Für die einfache Fahrt benötigt man eine normale Fahrkarte der Carris (dem örtlichen Transportunternehmen). Die Menschen stehen unten Schlange, aber Einheimische habe ich nicht gesehen.


Einige Meter weiter wird eine Lissaboner Spezialität ausgeschenkt. An einer kleinen Ladentheke erhält man eine Art "Aufgesetzten, den Grinjinha..Ein Kirschenschnaps, der es in sich hat, aber wirklich gut schmeckt und nur hier so hergestellt wird, lecker. Dann fing es an zu regnen und wir stellten unseren Plan um. Aber davon später mehr... 

28.3.11 23:06

Letzte Einträge: Pet Shop Boys "Yes", RWE oder Liebe kennt keine Liga, Lissabon, Parque das Nacoes (EXPO Gelände 1998), Dieser Blog ist umgezogen...

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Gabi Bienewald (31.3.11 13:39)
Ihr Lieben, der Bericht ist wie immer sehr ausführlich. Peter, hast du mal nach oben geschaut? In den Laternen im Stadtkern finden sich die Raben und das Schiff wieder... Ach, denk an die "Pastel de Nata", vielleicht schmecken sie euch ja genauso gut wie mir, die passen aber nicht zum Grinjinha ;-). Liebe Grüße und weitere schöne Tage Gabi