Einschub: Lissabon, die Nelkenrevolution

Fast vergessen, die interessanteste Geschichte unserer Stadtführerin: die Nelkenrevolution. Portugal ist zwar seit 1986 Mitglied in der EU, aber noch bis 1974 regierten die Faschisten unter Salazar und später Caetano. Doch das Volk begehrte auf. Die Ölkriese schließlich ließ das Militär handeln. Soldaten in der Opposition organisierten sich und vereinbarten am 24. April 1974 loszuschlagen. Startsignal sollten zwei unter den Faschisten seit Jahrzehnten verbotene Lieder, gespielt in den Radiosendern Portugals sein. Und tatsächlich, gegen 23.00 Uhr erklang Paulo Carvalhos "E depois do Adeus"; 90 Minuten später Alfons Zecas "Grandola Vila Morena". Draufhin besetzten die Soldaten alle strategisch wichtigen Punkte, die öffentlichen Ämter, Ministerien, aber auch Radio- und TV-Sender. Sie stießen auf keinen nennenswerten Widerstand. Schon am nächsten Abend war der Largo do Carmo, einer der schönsten Plätze Lissabons, von Bürgern und Soldaten besetzt, die das Ende des Faschismus feierten und mit Nelken Ausdruck verleihten, die den Soldaten in die Gewehrläufe gesteckt wurden.

 Wieder ein Beispiel für eine friedliche Revolution, deren Zeit offenbar gekommen war.

31.3.11 21:58

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