Lissabon, Belem und Cristo Rei

Regen beim morgendlichen Blick aus dem Fenster, aber wir sind am Atlantik. Schon eine Stunde später riss der Himmel auf und es wurde zunehmend schöner. Also ab nach Belem. Übrigens entpuppten sich unsere Fahrkarten, die 7 Colinas als Tageskarten als Glücksgriff. Lediglich 3,95 Euro pro Person für den ganzen Tag, alle Verkehrsmittel bis auf die Tejo-Fähre und den Bus auf der anderen Seite zur Cristo Rei Statue, das sollte jeder Tourist so machen, billiger und angenehmer gehts nicht. Belem liegt direkt am Tejo. Hier befinden sich am Ufer zwei Türme, der Torre de Belem und Padrao dos Descobrimentos, ein Entdeckerdenkmal. Während der Torre aus dem 16. Jahrhundert stammt, wurde das Denkmal vom Diktator Salazar 1940 in Auftrag gegeben, 1960 noch einmal protzig aufgepeppt. Der Torre de Belem war bis 1755 nur mit dem Boot erreichbar, seitdem steht er ufernah, da sich das Flussbett des Tejo deutlich angehoben hat.


 Was man immer wieder liest und hört: Das Erdeben in Lissabon 1755 hat der Stadt die Geschichte genommen, vieles wurde zerstört, ein gewaltiger Tsunami besorgte den Rest. Unsere Reiseführerin gab die Stärke des damaligen Bebens mit knapp 9 an, also in etwa auf Japan Niveau. Man kann sich die Auswirkungen vorstellen. Und was Beben und Tsunami nicht schafften, besorgte das Feuer. Das Beben fand Allerheiligen statt. In vielen Kirchen brannten ungewöhnlich viele Kerzen mit katastrophalen Folgen. Tagelang brannte es, alles war zerstört, unvorstellbar. Zurück zum Entdeckerdenkmal: Oben befindet sich eine schmale Dachterasse mit wunderbarem Rundumblick; wir waren oben, klasse. Die Hauptattraktion in Belem ist aber das Mosteiro dos Jeronimos. Das Kloster aus dem 16. Jahrhundert ist heute UNESCO Weltkulturerbe und wir haben es dennoch nicht besucht, denn wir wollten weiter. Über den Tejo zur alles überspannenden Cristo Rei Statue mit Blick auf die stark der Golden Gate Bridge in San Francisco ähnelnden Ponte 25 de Abril. Aber der Reihe nach, denn gerade zu Cristo Rei gibt es wieder eine schöne Geschichte, Allein die Christus-Statue mit den ausgebreiteten Armen ist 28 Meter hoch. Doch sie steht auf einer Art Turm, der noch einmal  75 Meter hoch ist und das alles steht auf einem Hügel von 113 Metern über dem Flussbett. 


Damit überragt dieses Bauwerk alles. Es ist der berühmten Statue in Rio de Janeiro nachempfunden und wurde nach dem 2. Weltkrieg errichtet. Als Dank dafür, dass Portugal nicht in den 2. Weltkrieg einbezogen wurde. 1949 begann der Bau, 10 Jahre später wurde das Monument samt Kapelle unter Anwesenheit von mehr als 300.000 Besuchern geweiht. Wenn man hier oben steht und seinen Blick auf die rotgetünchte Brücke schweifen lässt, verliert man sehr schnell die Orientierung, denn gerade von hier aus sieht es aus, als sei man in Kalifornien.


Beide Brücken ähneln sich aus dieser Perspektive einfach unglaublich. Sausalito und Cristo Rei sind für uns damit eine unauflösliche Verbindung eingegangen. Und was sagen die Reiseführer? Sie vergleichen nicht nur mit der Golden Gate sondern auch mit der San Francisco-Oakland Bay Bridge. Und warum? Beide Brücken wurden von der selben Firma gebaut: der American Bridge Company. Genug der Geschichten und Fakten: Jetzt gehts zur Algarve, in einen Touri-Bunker in der Nähe von Albufeira. Zugegeben: gut bewertet, aber eigentlich nicht mehr unsere Sache. Ich werde berichten, bleibt also dran.

31.3.11 22:05

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