Sintra, vor den Toren Lissabons

Und wieder zurück in Lissabon, schon ziemlich vertraut bei der Anreise über die Ponte 25 de Abril, an der Cristo Rei-Statue vorbei, direkt zum bewährten Hotel. Auto ausgeladen und zurück zur Mietwagenstation, danach direkt wieder in die City. Neben einem kurzen Rundweg mit Tram und den auch vorhandenen Standseilbahnen, sind wir mit der Bahn noch nach Sintra gefahren, der alten Königsstadt, die etwa 20 Kilometer von Lissabon entfernt liegt. Sehr schön war eine kurze „Rundfahrt“, die einem einen sehr guten Eindruck bezüglich der Topografie der Stadt gibt. Man fährt vom Praca do Comercio mit der Straßenbahn 25 bis Bica. Hier steigt man an der Rua de S.Paulo aus und findet unweit hinter einem Hauszugang die untere Station der dortigen Ascensor (Standseilbahn), die in den quirligen Stadtteil Bairro Alto fährt.

Die Fahrt dauert zwar nur 3 Minuten, aber man taucht sofort in eine andere Welt: viel Verkehr, viele Fußgänger in dem sehr hügeligen Bereich. Schön ist es, dass man von dort die schon bekannte Tram 28 dazu nutzen kann, wieder zurück in die zentrale Baixa zu fahren. Von dort stehen einem ja alle Wege und Aktivitäten offen. Am nächsten Tag ging es dann nach Sintra. Schön ist schon die Anfahrt mit einer Art S-Bahn. Die Bahn durchquert die Vororte und man erhält einen guten Eindruck über deren doch sehr unterschiedliches Niveau. Vor allem der Stadtteil Benfica ähnelt eher einem Arbeiterviertel, so dass der Rückschluss auf die Herkunft des bekannten Fußballclubs „Benfica“ nun klar sein sollte, während Sporting in besseren Regionen zuhause ist. Also Benfica die Rot-Weissen aus Lissabon, Sporting dagegen der ETB. Na ja, blöder Vergleich. In Sintra angekommen sieht man hoch über der Stadt die Burganlage Palacio Nacional de Sintra und daneben der Palacio da Pena. Beides ist mit der Buslinie 434 gut zu erreichen, die in einer abenteuerlichen Weise über enge Serpentinen jeden sehenswerten Ort in Sintra miteinander verbindet.

Die Burganlage stammt aus dem 13. Jahrhundert; es ist die einzige erhaltene Palastanlage Portugals aus dem Mittelalter. Der Pena-Palast erwarb 1838 der damalige Königinnengemahl Fernandos II. die Überreste eines alten Klosters von 1511. In den kommenden 16 Jahren entstand die Sommerresidenz der Königsfamilie. Es entstand ein extravagantes Schloss verschiedener Stilrichtungen. Man erkennt dort Rheinburgen und orientalische Minarette, aber auch Azulejos und italienische Renaissancekuppeln, gotische Türmchen und Burgzinnen.

Lissabon hat uns sehr gut gefallen: eine entspannte, abwechselungsreiche Großstadt auf Hügeln, die Orte immer außerordentlich attraktiv machen. Auch die Algarve ist schön, aber leider ausschließlich auf Massentourismus ausgelegt. Eher etwas für Sonnenhungrige und weniger für Individualtouristen. Es sind doch gerade auch die Eindrücke der heimischen Küche und Lebensmitteln, die Besuche im Ausland so attraktiv machen.

Ich würde den Stockfisch auf dem Bild zwar nicht selber essen, aber schon ein solches Bild sagt dem Betrachter, dass man sich eben in fremden Gefilden bewegt, zum Glück. Übrigens war es vom Stockfisch nicht weit zum Kirschenschnaps, der uns dann doch deutlich angenehmer war. Damit verabschieden wir uns für die nächsten Wochen. Mal sehen, wann und von wo die nächsten Berichte kommen.

8.4.11 12:15

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